Wie wird man zum Experten

Was macht aus einem gewöhnlichen Menschen einen Experten?

Wollen wir uns heute doch erst mal mit der Frage auseinandersetzen wodurch sich denn ein Experte von einem handelsüblichen Klugscheißer unterscheidet. Kurz und bündig: der Unterschied ist fließend. Nehmen wir mal das direkte Umfeld her. Sitzen sie in einer Gastwirtschaft vor einer Flasche Bier am Tresen womöglich noch mit einer Zigarette zwischen den Fingern und verkünden ihre Weisheiten dann fallen sie in die Kategorie, ja richtig erraten: Klugscheißer. Stellen sie sich die Situation nun ein wenig anders vor. Sie sitzen vor einem Bücherregal (wobei völlig egal ist welche Bücher da hinter ihnen anstauben, das Wichtigste ist, dass es sich um gedruckte Wörter auf Papier handelt) wenn geht auf einem gepolsterten Ledersessel, die Flasche Bier wird durch ein Glas mit einer geringen Menge bernsteinfarbenen Spirituose ersetzt und statt der mittlerweile gesellschaftlich doch eher geächteten Zigarette kommt nun eine Pfeife zum Zug. Was haben sie nun? Wieder richtig, nun haben wir einen Experten. Kommen wir nun zum nächsten in seiner Expertenbedeutung nicht zu unterschätzenden Punkt: das Outfit. Wie wir ja schon im Märchen erfahren machen bei uns bekanntermaßen Kleider Leute. Ganz schlecht, also eigentlich fast untragbar ist Sportkleidung. Stülpen sie sich also auf gar keinen Fall in einen Jogginganzug oder gar in ein Fußballdress, das kommt in der Expertenwelt nicht besonders an, noch nicht einmal, wenn sie sich als Experte für Sportfragen betätigen wollen. Ein weiteres Nogo wären Arbeitsklamotten wie etwa die klassische Schlosserhose oder auch der Straßenkehreroverall, ausgenommen hiervon ist eigentlich nur der weiße Mantel, aber der ist ja eigentlich ohnehin nur Experten vorbehalten. Wo wir schon bei der Kleidung sind kommen wir noch zu einem nicht minder wichtigen Thema, nämlich den immer wieder unterschätzten Accessoires. Wenn möglich immer eine Krawatte umbinden, aktuellen Forschungsergebnissen zu Folge erscheinen 78,3% aller Krawattenträger mit Krawatte um 56% intelligenter als ohne Krawatte. Alternativ zu Krawatte bietet sich natürlich auch die klassische Fliege auf, allerdings entfaltet diese ihre intellektuelle Note nur in Kombination mit gänzlich ungepflegtem Haupthaar und einer Tabakpfeife und angesichts der Tatsache, dass Tabakrauch mittlerweile schon fast ein Fall für den Internationalen Gerichtshof ist würde ja ein wichtiger Bestandteil fehlen. Ich rate daher dringend vom Fliegenmodell ab, es gibt aber auch hier eine Ausnahme und das wäre die Physik, möchten sie den Menschen physikalische Effekte erklären, die sie ohnehin nicht verstehen unterstreichen sie ihre zur Schau gestellt Intelligenz mit diesem Modell noch zusätzlich. Ähnliches gilt natürlich auch für den Fall, dass es sich bei dem Experten um eine Expertin handelt, wobei hier kleidungstechnische Feinheiten zum Tragen kommen, die sie sich dann doch eher von einer Frau erklären lassen sollten. So nun hätten wir eine vernünftige Basis, was jetzt fehlt wäre dann, und ja sie haben es wieder erraten die Sprache. Den echten Experten erkennt man bereits nach einem Satz. Doch wie sollte man als echter Experte denn dann wirklich seine geistigen Ergüsse unters Volk bringen, ohne dass die Menschen denken, man leide an lingualer Inkontinenz? Und sie haben es wieder richtig erraten, der Schlüssel liegt in schwer verständlicher Fachterminologie, als Faustregel gilt hier so viele Fremdwörter wie möglich ins Gespräch einzubauen. Am Besten fahren sie, wenn sie ihren Text selbst nicht mehr verstehen, denn dann versteht ihn garantiert auch kein anderer, was dazu führt, dass sie besonders gebildet erscheinen. Versuchen sie leise und langsam zu sprechen, eine Ausnahme hier ist nur dann gegeben, wenn sie wirklich absolut keine Ahnung davon haben, von was sie überhaupt sprechen, dann sollten sie das Tempo schon ein wenig anziehen und nach Möglichkeit ein wenig undeutlicher sprechen (haben sie sich schon einmal gefragt, weshalb man die Schrift der meisten Ärzte wenig bis gar nicht lesen kann? Nun dies ist eine seit vielen Jahren bewährte ähnliche Taktik). Bauen sie nach Möglichkeit auch schon mal eine schöpferische Pause ein.

Gut, das wäre so denke ich mal eine Basis, auf der sie aufbauen können, natürlich gibt es noch zahlreiche andere Faktoren, auf die ich dann gegebenenfalls noch eingehen werde.

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