Das Burkaverbot und der Datenschutz in Österreich

Das Burkaverbot, oder wie man über Umwege Devisen aus dem asiatischen Raum beschafft

So wie viele andere Europäer auch, sind sie vermutlich der Geschichte unserer Regierenden auf den Leim gegangen, bei dem kürzlich verhängten Burkaverbot handelt es sich um eine notwendige Maßnahme, die muslimische Frauen und Mädchen aus der patriarchalischen Umklammerung lösen soll. Sozusagen ein staatlich angeordneter Büstenhalterverbrennungstag, der dann dazu führen sollte, dass sämtliche hier heimischen, unterdrückten Frauen ihr familiär und religiös bedingtes Joch abwerfen und unsere westlichen demokratischen Werte bedingungslos annehmen. Aber damit nicht genug hätten die Mädchen und Frauen auch noch ihre Männer von den Vorzügen unserer Kultur überzeugt, und fortan wären Abdullah und Mehmet in knielangen Lederhosen wild, aber heimisch traditionell, grölend und nach Bier und Weißwurst duftend durch die Städte gezogen. So wie es sich für einen mitteleuropäischen Mann nun mal geziemt. Gut zugegeben, klingt wie eine Geschichte aus Tausend und einer Nacht (um gleich regional zu bleiben). Das war von unseren Regierenden so allerdings nie geplant. Es ging in Wirklichkeit auch nie um die Einhebung etwaiger Strafgelder bei Verstößen gegen dieses Gesetz. In Wirklichkeit wird durch diese Maßnahme eine Einkommensquelle sichergestellt, die sich durch das wesentlich strengere Datenschutzgesetz beinahe in Luft aufgelöst hätte. Sie werden sich jetzt zu Recht fragen, was hat denn nun Vollverschleierung mit Datenschutz zu tun, zugegeben, man findet auf den ersten Blick nicht gleich einen kausalen Zusammenhang, aber bei genauerer Betrachtung der österreichischen Tourismusstatistiken tut sich eine nicht zu leugnende Verbindung auf. Wenn sie unter Tags durch Wien oder Salzburg schlendern, was fällt ihnen da besonders ins Auge? Richtig, Horden an Touristen. Ganz besonders viele dieser Besucher kommen aus dem außereuropäischen Raum und da ganz besonders aus Asien, China und Japan im Speziellen. Eine besonders auffallende Passion dieser Völker des fernen Ostens ist, wie wohl jeder weiß, die Fotografie. Und hier setzt auch der Hintergedanke unserer Regierenden an. Sagen wir mal unser Tourist aus dem schönen Tokyo, nennen wir ihn hier der Einfachheit halber einfach mal Herr Han Wu (selbstverständlich ist natürlich auch Frau Hun Wa möglich) sparte sich jedes Jahr fleißig seine überflüssigen Yen, um auch einmal den vollgeschmierten Wiener Gemeindebau bewundern zu können. Und nach einer beschwerlichen Anreise (Flughafen Tokyo-Flughafen Schwechat-Raffinerie Schwechat-äußeres Gewerbegebiet-Innenstadthotel) kann er dann in der österreichischen Hauptstadt seine Passion auch nach Herzenslust ausleben. Oder etwa doch nicht? Nein kann er nicht, es sein denn er hat sich gleich ein paar Yen mehr auf die Seite gelegt, denn es könnte eine sehr teure Passion werden. Aber warum? Nun ganz einfach erklärt, sobald Herr Han Wu oder Frau Hun Wa auf der Straße das erste Mal auf den Auslöser drückt befinden sich unzählige Personen auf dem Bild, und es werden somit unzählige Verstöße gegen das Persönlichkeitsrecht, das ja durch den Datenschutz garantiert wird, schlagend. Wenn wir jetzt mal von dem einen oder anderem Obdachlosen absehen (diese, sagen wir mal Volksgruppe, wird seit kurzer Zeit vermutlich auf eigenem Wunsch von sozial- und zivilrechtlichen Annehmlichkeiten eher ausgenommen) befinden sich an einem durchschnittlichen Werktag sehr viele Personen auf den Straßen Wiens, ein nicht unerheblicher Teil dieser Passanten besteht aus muslimischen Mädchen und Frauen. Noch vor einem Jahr hätte unser japanischer Tourist nach Herzenslust und Laune herumfotografieren können, die Republik Österreich hätte keinen Nutzen daraus gezogen. Jetzt ist aber alles anders, nun müssten die Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben, was dazu führen würde, dass Herr Han Wu oder Frau Hun Wa jede dieser Personen um eine Einverständniserklärung bitten müsste, oder mithilfe teurer Bildbearbeitungssoftware jedes dieser Fotos mühsam in Richtung Datenschutzkompatibilität nach zu bearbeiten hätte. Da unser Tourist oder unsere Touristin vermutlich gar keine Ahnung davon hat, in welch bürokratisches Räderwerk er oder sie gelangt sobald er oder sie einmal den Auslöser gedrückt hat und sich vermutlich auch die ganze Nachbearbeitung fahrlässiger Weise einfach erspart hätte (seine Erinnerungsfotos somit datenschutzinkompatibel in einem Schuhkarton aufbewahren würde) kann die Republik Österreich nun voll zulangen. Eine eigens vom österreichischen Bundesheer zur Verfügung gestellte Herkules hätte dann im Pendelverkehr Zahlungsaufforderungen und Abmahnungen nach Peking, Tokyo und in viele andere asiatischen Destinationen befördert. Doch dann kam die Datenschutzgrundverordnung, dadurch waren unsere Freunde aus dem Land des Lächelns aus dem Schneider, die Vollverschleierung mit der die muslimische Frau die Gemüter der mitteleuropäischen Stammtischrecken (reckinnen) erhitzten, rückten dann die Fotos wieder in den Bereich der Legalität. Dadurch, dass diese Damen datenschutzrelevante Bestandteile ihres Körpers hinter Tuch verhüllten konnte die Justiz nicht ihrem Auftrag nachkommen und somit lukrierte die Republik wenig bis gar kein Geld. Die einzige Lösung dieses Dilemmas war, man musste den weiblichen Anteil der muslimischen Bevölkerung dazu bewegen ihre Tücher abzulegen, und das geschah natürlich am besten mittels Verbots. Und schon konnte der Rubel (Verzeihung Euro) wieder rollen, so wurde das Burkaverbot geboren. Laut Insiderberichten wird dieses Geschäftsmodell demnächst noch durch ein allgemeines Vollbartverbot, durch die Reglementierung der Haupthaarpracht und einen Turbanbann ausgeweitet.

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