Der Duft der Frauen

Kommen wir heute zu einem Thema, welches die Menschheit schon seit ihrem Anbeginn beschäftigt. Eine Frage, die in ihrer Tragweite wahrscheinlich nur noch von jener nach dem wahren Sinn unseres Seins übertroffen wird. Eine Frage, die so alt ist wie die Menschheit selbst. Ein Rätsel, das jedes Volk auf diesem Planeten, unabhängig von seinen religiösen oder politischen Ansichten, beschäftigt, und die man sich in meiner Heimat wie folgt stellt:

Futelt der Fisch oder fischelt die Fut?

Wollen wir zu aller erst damit beginnen, den Text dieser Frage ein wenig aufzuschnüren, um ihn auch dem Nichtösterreicher verständlich zu machen. Da der Begriff „Fisch“ ja jedem deutschsprechenden Individuum geläufig sein dürfte möchte ich auf seine Erklärung weitgehend verzichten und wende mich dem Wort „Fut“ zu. Weite Teile der indigenen Bevölkerung der österreichischen Bundesrepublik bedenken die Gesamtheit des weiblichen Geschlechtsorganes mit diesem Ausdruck. Der Begriff „futelt“ bezieht sich auf die Summe der Geruchsnuancen mit denen die Frau im Bereich ihrer Schamgegend aufwartet. Der Begriff „fischelt“ bezieht sich wiederum auf den Geruch eines Fisches. Die Frage beschäftigt sich also damit, ob der Fisch den Geruch der Vagina verströmt, oder ob die Vagina nach Fisch duftet. Obwohl nun schon tausende von Jahren ins Land zogen, seit die Menschheit zum aller ersten Mal einen Fisch seiner nassen Heimat entriss, stehen wir noch immer ohne Antwort auf diese elementare Frage da. Es waren vermutlich die alten Ägypter, die sich dieser Frage dann zum ersten Mal ernsthaft annahmen, ihr aber vermutlich eher mystischen Charakter zuschrieben, was besonders gut an einem ausschließlich weiblichen Mumien vorbehaltenen Begräbnisrituals zu erkennen ist.  So war es zu Zeiten Kleopatras üblich weiblichen Verstorbenen eine so genannte Osirispalme mit auf die Reise ins Totenreich zu geben. Dachte man ursprünglich noch, dass diese Beigabe in erster Linie dazu diente, der Waage im Zuge des Totengerichts einen günstigen Ausschlag zu geben, legen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse die Vermutung nahe, dass es sich hier um einen prähistorischen Vorläufer des heutigen Duftbaumes handelt.  Zahlreiche Archäologen vertreten mittlerweile die Ansicht, dass diese Grabbeigabe nicht das Totengericht, sondern die Nase des Anubis milde stimmen sollte. Im antiken Griechenland wiederum versuchte man auf philosophischem Weg eine Antwort auf diese Frage zu finden. So gibt es schriftliche Beweise, die auf die Existenz eines Kultes hindeuten, der sich der Enträtselung dieses Problems verschrieb. Mitglieder dieser heute als Ichtiovaginae bekannten Sekte deckten alle gesellschaftlichen Schichten ab und genossen hohes Ansehen. Aber auch sie fanden keine Antwort, obwohl sie dutzende ihrer Tempel Vaginania, der Göttin der weiblichen Scham weihten. Danach wurde es einigermaßen ruhig, was die Lösung dieses Rätsels anbelangte. Die Römer widmeten sich der Erfindung und Konstruktion immer moderneren Kriegsgeräts, im Mittelalter sorgte dann die katholische Kirche mit Hilfe drakonischer Strafen dafür, dass sich die wenigen verblieben Gelehrten gar nicht erst mit dem Dufträtsel auseinandersetzten. Nach dem Mittelalter versank die Welt wieder im Krieg und die Frage nach dem Duft der Frauen (oder des Fisches?) geriet fast in Vergessenheit. Bis heute.

Wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war es dann so weit, Europa durchlebte eine Periode des Friedens, in dem sich die Völker der alten Welt in einer noch nie gekannten Einigkeit der Erweiterungen des menschlichen Horizontes widmen konnten. Neben vielen neuen, dem Fortbestand der menschlichen Spezies unabdingbaren Wissenschaften, wie etwa der Genderforschung, die sich der Gesellschaftskastration verschrieben hatte, entstand auch ein gänzlich neuer Zweig in Bereich der Naturwissenschaften, nämlich die Sexualolfactologie. Und eben diesem Zweig ist es vor kurzem gelungen, Licht ins Dunkel zu bringen. Französische Forscher stießen im Zuge einer Ausgrabung auf eine bisher nicht bekannte Fischart. Diese Fischspezies weist eine Eigenheit auf, die sie zum einen aussterben ließ, und zum anderen uns des Rätsels Lösung einen Schritt weiterbringt. Molekulare Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass die Haut des Tieres zwar den allseits bekannten Schleim absonderte, diesem Schleim aber eine bisher wenig beachtete aber fundamental wichtige Substanz fehlte, das Muschotin. Was das Fehlen dieser Substanz für den Fisch bedeutete möchte ich der Einfachheit halber an einem simplen Beispiel aus unserem Alltag verdeutlichen. Jeder, der schon einmal versuchte, sich eine Socke über den nassen Fuß zu ziehen wird feststellen, dass das gar nicht so einfach ist und man auf dem Weg zum Ziel immer wieder stecken bleibt. Und genau das passierte auch dem zuvor erwähnten Fisch. Er blieb mangels Muschotin sozusagen im Wasser stecken (dieses Phänomen hat allerdings nichts mit dem allseits beliebten Steckerlfisch zu tun) und musste sich einer sessilen Lebensweise hinwenden. Da es sich bei Vertretern dieser Art aber um eine räuberisch lebende Spezies handelte, und sich potentielle Beutetiere aus rein eigennützigen Beweggründen von ihnen fernhielten starb diese Art dann vermutlich im späten Kambrium dann endgültig aus. Sexualolfactorische Untersuchungen dieser Substanz haben nun bewiesen, dass Muschotin in seinem Geruch kaum vom Scheidensekret eines weiblichen Hominiden zu unterscheiden ist, weshalb dann auch molekularbiologische Untersuchungen mit dem Ziel des Nachweises von Muschotin im Scheidensekret angestrengt wurden. Und siehe da, nach Jahren intensiver Studien konnte eine russische Forschungseinrichtung die rätselhafte Substanz im Scheidensekret einer 43-jährigen Senegalesin nachweisen. Im Jahre 2019 beschloss man dann schlussendlich nach zahlreichen teils hitzig ausgefochtenen Debatten, aufgrund der Tatsache, dass Fische ihren Duft lange vor dem Erscheinen der ersten Hominiden verströmten, ihnen auch das Geruchsprimat zuzusprechen. Man kann also nun mit absoluter Gewissheit sagen: Die Fut fischelt, oder anders ausgedrückt, die Vagina duftet nach Fisch. Doch wie so immer wirft die Beantwortung einer Frage wieder viele andere auf. Wie kommt der Stoff ins menschliche Vaginalsekret, handelt es sich um eine konvergente Entwicklung, besteht die Möglichkeit einer synthetischen Produktion, und bestehen möglicherweise Gefahren für die Menschheit? Weitere Forschungen werden auch hier Licht ins Dunkel bringen.

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