Die Bauchlagenreanimation

Schonender und zuverlässiger: Die „Wiederbelebung neu“

Wenden wir uns heute einem Problem zu, dass in unserer zivilisierten Welt immer häufiger in den Vordergrund drängt: dem Atem-Kreislaufstillstand oder Herz-Kreislaufstillstand, umgangssprachlich auch Herzkasperl genannt. Hier bietet die Homöopathie einige zuverlässige Methoden, wie etwa die rhythmische Tanztherapie oder das südtibetische Vollmondgebet, da es sich hier aber um Techniken handelt, die sehr viel Erfahrung voraussetzen ist das Mittel der Wahl bei Wiederbelebungen aller Art die von der klassischen Medizin eingeführte Herzdruckmassage, ergänzt durch Fremdbeatmung. Für alle, die diese althergebrachte Methode nicht aus Erste-Hilfe-Kursen, aus Erzählungen oder auch aus dem Fernsehen kennen möchte ich diese medizinische Maßnahme kurz erläutern, und dabei auf ein grundlegendes technisches wie auch rechtliches Problem hinweisen. Beginnen wir mit der Frage, wann soll ich denn mit dem ganzen Prozedere beginnen. Ganz einfach, immer dann, wenn eine Person nicht atmet. Wie stelle ich fest, dass die Person nicht atmet. Hier gibt es einige Möglichkeiten, die beliebteste wäre, einfach das Ohr an den Mund des Betroffenen halten, hören sie was, gut, dann erübrigt sich das weitere Prozedere, vernehmen sie aber keine Geräusche, dann sollten sie unverzüglich mit der Reanimation beginnen. Eine weitere recht zuverlässige Methode wäre das Beobachten des Brustkorbes, stellen sie Bewegungen fest, ist das ein gutes Zeichen, erinnert der Brustkorb des Patienten aber eher an ein Stillleben wünsche ich Glück auf, sie dürfen sich ans Werk machen. Eine heute nicht mehr so beliebte Variante ist der Wehrtest. Hier drücken sie mit einer Hand auf den Mund, während sie mit der anderen die Nase verschließen. Kommt es zu Gegenwehr können sie sich getrost zurücklehnen, passiert allerdings in einem angemessenen Zeitrahmen nichts sollten sie mit lebensrettenden Maßnahmen, also der Herzdruckmassage und Beatmung (auch das Alarmieren der Rettungskräfte hat sich mitunter als hilfreich erwiesen) beginnen. Wie funktionieren diese „Lebensrettenden Maßnahmen“? Bis jetzt ähnelten sich die Methoden, wie sie vom Ersthelfer als auch von geschultem Notfallpersonal (Mediziner, Sanitäter usw.) zur Anwendung kamen sehr. Abgesehen von dem Umstand, dass der Ersthelfer lediglich seine eigene Atemluft zur Verfügung stellen und nur selten auf automatische Gerätschaften zurückgreifen kann, das Notfallpersonal aber mit verschiedensten Einrichtungen zur Intubation sowie auf ein breites Spektrum an Defibrillatoren aufwartet, ist die Vorgangsweise ident. Der Patient liegt idealerweise waagrecht rücklings auf einer harten Unterlage, der Helfer beatmet und komprimiert den Brustkorb, um Kreislauf und in weiterer Folge eine adäquate Sauerstoffversorgung des Organismus sicherzustellen. An dieser Vorgehensweise ändert sich für den Ersthelfer auch nichts. Das Medizinische Notfallpersonal sieht sich aber fundamentalen Veränderungen gegenüber, die es nicht zu Letzt intensiver Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Medizin zu verdanken hat. Doch was ist neu? Bis jetzt sahen sich Rettungsdienste und Krankenanstalten häufig mit Schadenersatzklagen von Patienten, denen bei lebensrettenden Maßnahmen Rippen gebrochen wurden gegenüber, aber auch Verletzungen des Rachenraumes, die bei der Intubation entstanden gaben oft Anlass zur Klage. Mit der neuen bereits erfolgreich eingesetzten Variante verhindert man nun weitgehend etwaige Schadenersatzforderungen, und stellt zudem eine schonende Behandlung des Patienten sicher. Betrachten wir nun diese revolutionäre Technik genauer. Anders als bei der althergebrachten Methode wird der Patient hier in die Bauchlage verbracht. Die Herzdruckmassage findet nun im Bereich der Brustwirbelsäule statt, was den Vorteil hat, dass sich der Druck nun nicht wie früher auf das eher filigran gebaute Brustbein konzentriert, sondern gleichmäßig über den gesamten Thorax verteilen kann, einen Bruch der doch massiver konstruierten Brustwirbelsäule kann man nahezu ausschließen. Sie werden sich nun zu Recht fragen, wie denn nun das Problem mit der Beatmung gelöst wird. Hier geht die Medizin einen gänzlich neuen Weg. Ähnelt die Vorgangsweise hinsichtlich der Herzdruckmassage ihrer konservativen Vorgängerin noch sehr, verhält es sich bei der Intubation komplett anders. Bei der Sauerstoffversorgung macht man sich nun die nahezu grenzenlose Aufnahmefähigkeit des Verdauungstraktes zu Nutze. Dies geschieht mittels der bereits erfolgreich getesteten „Rektalintubation“. Hier wird der Sauerstoff mithilfe eines Schlauches direkt in den Dick- bzw. Dünndarm geleitet. Das hierfür benötigte Intubationsset besteht aus:

  1. Dem Sauerstoffschlauch. Ein durchsichtiger Schlauch mit einem Durchmesser von 2 cm und einer Länge von 2 Metern. Er stellt den Transfer des Sauerstoffes vom Druckbehälter zum Patienten sicher.
  2. Dem Sperrring. Er ist ein neues Mitglied in der Familie der medizinischen Gerätschaften und stellt den dichten Sitz des Schlauches sicher. Er ist nötig, da der Schließmuskel in seiner Dehnbarkeit stark abhängig von gesellschaftlicher oder beruflicher Stellung, sowie sexuellen Praktiken als auch altersbedingt von Individuum zu Individuum variiert. Hier handelt es sich um einen Ring, der in der Mitte stets eine Bohrung von 2 cm aufweist (sie dient der Aufnahme des Sauerstoffschlauches) der Außendurchmesser variiert allerdings und soll den Anus dadurch auf seinen maximalen Dehnungspunkt bringen, wodurch ein fester dichter Sitz gewährleistet wird. Die Ringe weisen unterschiedliche Größen auf und sind zur besseren Unterscheidung farblich gekennzeichnet, so ist der größte Durchmesser beispielsweise rosa gekennzeichnet und der kleinste wird in einem dezenten Blau geliefert.  
  3. Der Druckregeleinheit: Hier handelt es sich um eine Kombination aus Druckregler und Messeinheit (Messbereich 0,5 bis 15 bar), sie stellt das Bindeglied zwischen Sauerstoffbehältnis und Sauerstoffschlauch dar.

Auch hinsichtlich der Art und Weise, wie die Defibrillation durchzuführen ist hat sich grundlegendes geändert, auf sie wird aber in der nun folgenden Erläuterung des eigentlichen Prozederes näher eingegangen werden. Beschäftigen wir uns nun also mit dem genauen Ablauf der „Reanimation neu“

  1. Bringen sie den Patienten nach der Atemkontrolle unverzüglich in die Bauchlage, achten sie darauf, dass er sich waagrecht auf hartem Untergrund befindet, neigen sie den Kopf nach rechts, dadurch ist es ihnen möglich etwaige Verbesserungen zeitnah zu erkennen.
  2. Der oder diejenige, der die Atemkontrolle sowie den Wendeprozess durchführte beginnt nun mit der Herzdruckmassage, die sich ebenfalls in einigen Punkten von der althergebrachten Technik unterscheidet. Druckpunkt ist nun die Mitte der Brustwirbelsäule, die Drucktiefe bleibt unverändert. Die Massage wird, da sich die Art der Beatmung änderte, nun nur noch bei einem etwaigen Schock durch einen Defibrillator unterbrochen.
  3. Während der Herzdruckmassage beginnt ein weiteres Mitglied des Teams mit der Intubation. Dafür wird das Gesäß des Patienten freigelegt. Nachdem sie das Rektum ihres Patienten klar erkennen können führen sie den passenden Sperrring ein und vergewissern sie sich, dass er auch festsitzt. Schieben sie nun den Sauerstoffschlauch durch die Öffnung des Sperrrings etwa 5 cm in den Dickdarm. Der Schlauch verfügt über eine Oberflächenbeschaffenheit, die ein erneutes herausziehen verhindert, er sollte also nach Möglichkeit sofort sitzen. Stecken sie nun den Schlauch in die dafür vorgesehene Öffnung der Druckregeleinheit und verbinden sie diese mit einer Sauerstoffquelle. Sie können nun mit der Sauerstoffzufuhr beginnen, indem sie den Druck langsam auf etwa 2 bar erhöhen, der Sauerstoff diffundiert jetzt über die Darmschleimhaut direkt in das Kreislaufsystem. Die Menge an Sauerstoff, die sich nun im Verdauungstrakt befindet reicht für etwa zwei Stunden, die Druckregeleinheit ist so ausgelegt, dass sie selbstständig einem drohendem Sauerstoffabfall mit einer Druckerhöhung entgegenwirkt, sie müssen sich also um nichts mehr kümmern.
  4. Anbringen der Elektroden des Defibrillators. Auch hier besteht ein grundlegender Unterschied zur Vorgängervariante. Sie sind nun auf den beiden gegenüberliegenden Pobacken anzubringen, was den Vorteil mit sich bringt, dass man das Abdomen des Patienten nicht mehr völlig entkleiden muss, was dem Wärmeerhalt förderlich ist.
  5. Führen sie nun die Herzdruckmassage bis zu einer etwaigen Besserung oder des Exitus des Patienten durch.

Bei der besprochenen Technik handelt es sich um die Vorgehensweise bei einem erwachsenen Patienten. Sie unterscheidet sich in einem Punkt, von jener wie sie bei Halbwüchsigen anzuwenden ist. Bei Halbwüchsigen verzichtet man auf eine Intubation, stattdessen kommt eine neuentwickelte Sauerstoffpaste zur Anwendung. Hier handelt es sich um eine mit Sauerstoff angereicherte Creme, die großflächig auf dem Patientenkörper aufzutragen ist, hierfür sollte sich passenderweise jenes Teammitglied widmen, welches ansonsten mit der Intubation beschäftigt wäre. Die Paste versorgt den Körper dermal mit Sauerstoff und ist in regelmäßigen Abständen während der Herzdruckmassage aufzutragen und wird in Gebinden geliefert, die für eine Behandlungsdauer von etwa 3 Stunden (+/- 15 Minuten) reichen.

Abschließend betrachtet werden sie feststellen, dass diese Methode, ganz egal ob beim Erwachsenen oder Halbwüchsigen durchgeführt, nicht nur die Arbeit des Rettungsdienstes erheblich erleichtert, sie bessert auch die finanzielle Lage des Gesundheitssystems.

6 Kommentare

  1. Wunderbar – der schwarze Humor und der Sarkasmus! Mir fehlt noch eine neue Musikempfehlung, die den Takt der Reanimation angibt. Als „Vorgängervarianten“ sind mir der „Radetzky-Marsch“ und trefflicher gehts ja nicht „Staying alive“ bekannt. 30:2 wurde vielleicht auch schon abgelöst von „so oft Sie halt können/wollen/ sich nicht verzählt haben?

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  2. Den hätte ich fast vergessen, ich verwechsle ihn immer wieder mit dem Tag des Schlaganfalls, oder war es der Tag des Abführtees, keine Ahnung, ich hoffe nur, dass morgen potentielle Reanimationskandidaten ihr Glück, ausgerechnet an diesem Tag alle viere von sich strecken zu dürfen, auch zu schätzen wissen.

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